DER MODERATOR
Fernsehpastor Jan Dieckmann moderiert Tacheles. Er macht sich stark für einen offenen, fairen Dialog - bei dem auch Trennendes zur Sprache kommt.
Aktuelle Sendung
Einwanderung und Arbeitsmarkt: Fremd im eigenen Land?
Marktkirche:
09.09.2010 um 20 Uhr
Phoenix:
12.09.2010 um 13 und 22.30 Uhr
MIT:
> Bischof Frank Otfried July,
Evangelische Kirche in Würrtemberg
> Uwe Schünemann, niedersächsischer Innenminister
> Sevim Dagdelen, migrationspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Die Linke
> Necla Kelek,
Soziologin und Publizistin
Medienpartner
MITREDEN
Worte, Werte, Wissen: Wir reden Tacheles – und Sie reden mit.
Pro & Contra
Geld, Gier und Gerechtigkeit - muss sich der Finanzmarkt grundlegend erneuern?
Pro: Bischof Wolfgang Huber, EKD-Rats-vorsitzender „Verantwortungsloses Handeln milliardenschwerer Akteure an den Finanzmärkten hat entscheidend zu der weltweiten Wirtschaftskrise beigetragen. Es verbittert viele, dass auch erfolglose Spitzenmanager millionenschwere Abfindungen erhalten.“ > mehr dazu
Contra: Frank Niehage, Vorstandschef der Bank Sarasin „Für eine Rundumkritik an der Finanzwirtschaft besteht kein Anlass. Hohe Renditen stehen nicht per se für hohes Risiko. Und was hohe Managergehälter angeht: Verzicht muss man schon den Betroffenen überlassen.“ > mehr dazu
UMFRAGE
Werden Migrantinnen und Migranten auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt?

  JA, ein ausländisch klingender Namen reicht für eine Absage.

  NEIN, auf dem deutschen Arbeitsmarkt gibt es die gleichen Chancen für alle.

  Einige Unternehmen diskriminieren Menschen mit Migrationshintergrund, aber durch die schlechten Leistungen im Bildungssystem tragen die Migranten zur Misere bei.

 


Die Tacheles-Debatte im Worlaut

Finanzkrise: Taumeln über dem Abgrund

Der Tacheles-Start in der vollen Marktkirche. Fotos: Jens Schulze

Die weltweite Finanzkrise ist noch längst nicht ausgestanden. Geld, Gier und Gerechtigkeit – welche Werte tragen uns? Wie können die Kräfte des Marktes gezähmt werden? Taugt die Bibel für den wirtschaftlichen Alltag? Oder eher der Koran?

Darüber diskutierten in der bis auf den letzten Platz gefüllten hannoverschen Marktkirche Bischof Dr. Wolfgang Huber, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff, der Vorstandsvorsitzende der Bank Sarasin, Frank Niehage, der Direktor des Instituts für islamisches Bankwesen, Zaid el-Mogaddedi, und die ARD-Börsenkorrespondentin Anja Kohl.

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Das Thema und die Gäste

Geld, Gier und Gerechtigkeit - welche Werte tragen uns?

Druck auf hohe Rendite: Frankfurter Bankenviertel Foto: pixelio.de/cornerstone

Weltweit taumelten die Finanzmärkte am Abgrund. Traditionsreiche Unternehmen geben auf. Und zahllose Menschen bangen um ihren Job. Die Finanzmarktkrise löst Fragen aus: Geld, Gier und Gerechtigkeit – welche Werte tragen uns? Sind hohe Renditen unmoralisch? Brauchen wir gerade mehr Markt? Taugt die Bibel für den wirtschaftlichen Alltag – oder eher der Koran? Um diese und andere Fragen geht es bei Tacheles – Talk am roten Tisch am 8. Oktober in der Marktkirche Hannover und am 11. Oktober auf Phoenix. Teilnehmer der Sendung waren unter anderem der EKD-Ratsvorsitzende Bischof Dr. Wolfgang Huber und der nidersächsische Ministerpräsident Christian Wulff.

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Streit um Gier und Verantwortung:

 

Bischof Dr. Wolfgang Huber, EKD-Ratsvorsitzender

Pro: „Manager sollen nicht nur dem Markt, sondern auch ihrem Gewissen folgen“

Verantwortungsloses Handeln milliardenschwerer Akteure an den Finanzmärkten hat entscheidend zu der weltweiten Wirtschaftskrise beigetragen. Deshalb ist es notwendig geworden, über eine verschärfte Kontrolle der Finanzwirtschaft nachzudenken; darüber hinaus muss aber auch verstärkt über unternehmerische Ethik nachgedacht werden. Die Zusammengehörigkeit von wirtschaftlichem Handeln und sozialer Verantwortung muss den Alltag wirtschaftlichen Handelns prägen.

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Frank Niehage, Vorstandsvorsitzender der Bank Sarasin AG

Contra: „Zur Rundumkritik an der Finanzwirtschaft besteht kein Anlass“

In der gegenwärtigen Kritik der Finanzmärkte ist viel Kritik an den Banken geübt worden – teils zu Recht. Zurückzuweisen aber ist, dass die gesamte Branche für die Fehler einzelner in Haftung genommen wird. Wir haben in der 167jährigen Geschichte unserer Bankengruppe 2008 das beste Ergebnis erzielt, und das auf dem Höhepunkt der Bankenkrise. Wir haben eben nicht mit hochriskanten Papieren gehandelt, wir haben eher konservativ angelegt, zunehmend auch in nachhaltiges Investment beispielsweise in umweltfreundliche Technologien. Der Erfolg hat uns Recht gegeben.

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Wie die Kirche das Zinsverbot aufhob

Ketzer und Fegefeuer

Foto: Web Art Gallery

Der Wucherer ist tot, dahingestreckt auf der Bahre. Sein  herausgeschnittenes Herz liegt auf den Münzen einer randvollen Geldtruhe. Ringsumher stehen Menschen, teils belustigt, teils heftig gestikulierend. Ein Relief in der Grabkapelle von St. Antonio in Padua zeigt, wie der heilige Antonius eine Leichenpredigt für den Toten hält. Der hat zu Lebzeiten Zinsen genommen und ist damit als Wucherer verdammt. Der Prediger folgt einem Wort aus dem Lukasevangelium: „Wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.“

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Das islamische Bankwesen

Zinslos glücklich

Finanzieren mit dem Islam Foto: David Haberlah

Es klingt wie ein innovativer Lösungsvorschlag zur Finanzkrise aus dem Wirtschaftsministerium: Man geht zur Bank und möchte einen Kredit für den Hausbau. Die Bank jedoch bietet keinen Geldkredit, sondern wird an Gewinnen wie auch an Verlusten beteiligt, vorausgesetzt, der Hauskäufer ist kreditwürdig – zinslos und mit Moral. Ein Scharia-Komitee entscheidet dann, ob und wie viel die Bank investiert, abhängig vom islamischen Recht. So sieht es das islamische Bankwesen vor.

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ARD-Börsenkorrespondentin Anja Kohl

"Das ist keine 0815-Krise"

Der Zusammenbruch großer Geldhäuser hat die Börsen weltweit ins Mark getroffen, beobachtet die ARD-Börsenkorrespondentin Anja Kohl. Aber nachhaltige Konsequenzen habe man nicht gezogen. Entwarnen könne man daher nicht: „Es besteht die Gefahr, dass es neue Krisen geben wird.“

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Einkaufen und investieren

Moral liegt voll im Trend

Ethischer Konsum als Fortschrittsmotor / Foto: pixelio.de/cossac

Während Banken pleite gehen und die Welt in einer der schwierigsten Wirtschaftskrisen der Geschichte steckt, zeigen sich die Menschen überraschend moralisch. Zumindest kaufen die Deutschen ethisch korrekt ein – trotz der Krise, wie eine aktuelle Studie zeigt. Und es geht noch weiter: Auch Banken können ethisch korrekt arbeiten. Es gibt sogar schon einen Investitions-Leitfaden.

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Neustart von Tacheles

Wir müssen ins Gespräch miteinander kommen

Kontrovers, aktuell und auf gleicher Augenhöhe – so soll bei Tacheles über verschiedene Werte gestritten werden. Landesbischöfin Margot Käßmann und Tacheles-Moderator Pastor Jan Dieckmann stellten die neue Staffel jetzt auf einer Pressekonferenz in Hannover vor.

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Presse-Echo

Tacheles in den Medien

Der Norddeutsche Runfunkt berichtet: In der rund 600 Jahre alten Marktkirche in der Landeshauptstadt Hannover geht es wieder einmal zur Sache. Statt Kerzen Scheinwerfer. Anstelle von Gesangbüchern Kameras und keine Gebete, sondern Klartext. Tacheles, die Talkshow der evangelischen Kirche, ist zurück.

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Frauen in der Wirtschaft

Elinor Ostrom bekommt als erste Frau Wirtschaftsnobelpreis

Hält manche Manager-Gehälter für "obszön": Elinor Ostrom

Einen Tag nach der Ausstrahlung von Tacheles – Talk am roten Tisch zum Thema „Geld, Gier und Gerechtigkeit“, wurde Elinor Ostrom als erste Frau mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet. Das Komitee aus Stockholm ehrte damit die Politologin aus den USA für ihre Analysen zum Gemeinschaftseigentum. Die erste Auszeichnung für eine Frau ging mit der Forderung der ARD-Börsenkorrespondentin Anja Kohl bei Tacheles einher, die eine Feminisierung der Wirtschaft und des Finanzwesens forderte.

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