DER MODERATOR
Fernsehpastor Jan Dieckmann moderiert Tacheles. Er spricht im Interview über die Integration, bewegende Momente bei Tacheles und der Frage nach welchen Werten wir leben wollen.
Aktuelle Sendung
Wirtschaft und Werte: Kann denn Wachstum Sünde sein?
Marktkirche:
19.6.2012, 19 Uhr
Phoenix:
24.6.2012 13.00 Uhr
24.6.2012 00.00 Uhr
MIT:
> Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber, Ehemals Bischof und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland
> Mario Ohoven,
Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft
> Jutta Sundermann,
Attac Deutschland
> Prof. Dr. Utz Claassen,
Unternehmer
WER TACHELES TRÄGT
Evangelische Kirche in Deutschland Ev.-luth. Landeskirche Hannovers
Klosterkammer Hannover Evangelische Kirche im NDR
Medienpartner
Mitreden
Gott, Allah und die Frauen: Diskriminierung im Namen des Herrn?
Tacheles im TV
tacheles im radio
Pro & Contra
Können Frauen Kirche leiten?
"Frauen mehr Verantwortung zutrauen" fordert die Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages Dr. Ellen Ueberschär. mehr dazu
"Jede und jeder hat eine eigene Berufung" meint der katholische Ordenspriester und Kapuzinermönch Bruder Paulus. mehr dazu

Heiratsvermittlung für Muslime

Gläubige Schwester
sucht aufrechten Bruder

Muslimische Singles aus aller Welt können ihren zukünftigen Lebenspartner über islamisch-korrekte Internetforen kennen lernen: Der virtuelle Heiratsmarkt floriert.

„Ich bin eine liebenswerte gläubige Schwester und suche einen aufrechten vertrauensvollen Bruder (…). Mit ihm strebe ich eine islamische Ehe an“, schreibt eine 34-jährige Muslima auf der Internetplattform muslimlife.eu. Sie ist Medizinerin, stammt ursprünglich aus Marokko und ist im Internet auf der Suche nach einem Ehemann. Auch ein 30-jähriger Muslim aus Rüsselsheim sucht im Internet auf muslim-heirat.de „eine Muslima zum Heiraten, für eine Ehe nach islamischer Tradition und wie es uns Allah empfohlen hat“.

Vor allem Muslimen mit Migrationshintergrund fällt es zuweilen schwer, einen geeigneten Heiratspartner zu finden. Während in Ländern wie der Türkei und Marokko die traditionell islamischen Gesellschaften dominieren, stellen Muslime in Europa immer noch eine Minderheit dar. Immer mehr Muslime greifen auf die Heiratsvermittlung via Internet zurück.

Während herkömmliche Singlechats gläubige Muslime bisher eher abschreckten, da diese auch lockere Verbindungen fördern, bieten zahlreiche Anbieter nun auch islamisch-korrekte Partnervermittlungen an. Eine dieser Partnerbörsen ist muslimlife.eu, bei der laut Betreiber Cüneyt Tirgil viel Wert auf die Einhaltung islamischer Verhaltensregeln gelegt wird. „Dementsprechend werden Bilder, Benutzernamen und Profiltexte im Rahmen unserer Auffassung vom islamischen Verhaltenskodex überprüft und gegebenenfalls zensiert. Das wichtigste Kriterium einer Mitgliedschaft bei Muslimlife ist die aufrichtige Partnersuche zwecks Heirat: Flirts, Freundschaften, Dates und andere Absichten sind ausgeschlossen“, so der Betreiber von muslimlife.eu.

Anders als bei ähnlichen Anbietern wie muslim-heirat.de oder muslima.com werden die Mitglieder mit Regeln und Grundsätzen bei der Nutzung der Internetseite begleitet. Wer hier sein Profil anlegt, kann darstellen, wie er oder sie den muslimischen Glauben lebt, also etwa wie häufig man betet oder ob man ein Kopftuch trägt.

„Natürlich handelt es sich hierbei - im Gegensatz zum traditionellen Weg – um ein neues Medium, an das sich die Muslime gewöhnen müssen, aber prinzipiell ist dieser Weg der Partnersuche unter Muslimen toleriert und mit den religiösen Werten von Muslimen vereinbar“, sagt Cüneyt Tirgil.

Viele junge Muslime selbst sehen darin allerdings nur eine Variante der Ehepartnersuche vertretbar zu sein: Im sogenannten Shia-Forum, einem Forum für Muslime und Islam-Interessierte, schreibt die 21-jährige Muslima Zehra: „Der Weg, über das Internet jemanden zu suchen bzw. zu finden, der gleichgesinnt ist, könnte der erste Schritt auf dem Weg zu einer Ehe sein, (…) allerdings sollte man, wenn man sich über die gröbsten Dinge einig ist, trotzdem den "normalen" Weg gehen, sich persönlich treffen, der Familie vorstellen, etc.“

Nadine Neubauer