DER MODERATOR
Fernsehpastor Jan Dieckmann moderiert Tacheles. Er spricht im Interview über die Integration, bewegende Momente bei Tacheles und der Frage nach welchen Werten wir leben wollen.
Aktuelle Sendung
Wirtschaft und Werte: Kann denn Wachstum Sünde sein?
Marktkirche:
19.6.2012, 19 Uhr
Phoenix:
24.6.2012 13.00 Uhr
24.6.2012 00.00 Uhr
MIT:
> Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber, Ehemals Bischof und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland
> Mario Ohoven,
Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft
> Jutta Sundermann,
Attac Deutschland
> Prof. Dr. Utz Claassen,
Unternehmer
WER TACHELES TRÄGT
Evangelische Kirche in Deutschland Ev.-luth. Landeskirche Hannovers
Klosterkammer Hannover Evangelische Kirche im NDR
Medienpartner
Mitreden
Die neue Welt des Internets: Ist nichts Privates mehr heilig?
Tacheles im TV
Tacheles im Radio
Pro & Contra
Ist Privates noch heilig?
"Intimität ist ein wichtiger Teil des Menschseins", meint die bayerische Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler. > mehr dazu
"Privatsphäre war gestern", entgegnet die Netzaktivistin Julia Schramm. > mehr dazu

Pro

Regionalbischöfin Breit-Keßler: „Intimität
ist ein wichtiger Teil des Menschseins“

Regionalbischöfin Breit-Keßler: "Freundschaften leben von echten Begegnungen."

Ja, ich habe ein Facebook-Profil. Warum? Weil ich es wichtig finde, auf solchen Seiten als Kirche präsent zu sein. Ich lade online zum Gebet und zu Gottesdiensten ein. Ich kann über Facebook den Menschen sagen: „Gott ist bei dir.“ Zugleich ist die persönliche Begegnung durch nichts zu ersetzen. Persönlich brauche ich die sozialen Netzwerke nicht. Mit meinen Freunden kommuniziere ich direkt und nicht über das Internet.

Einige der Entwicklungen im Netz sind erschreckend. Junge Leute wollen, dass man sie super findet. Und dazu gehört mittlerweile auch, möglichst viele Facebook-Freunde zu haben und möglichst viele Dinge von sich preis zu geben. Ich halte aber für wichtig, dass das Private wieder stärker respektiert wird.

Freundschaften leben von echten Begegnungen und davon, dass man sich mit seinen Stärken und Schwächen erlebt. Intimität ist ein wesentlicher Teil des Menschseins. Wer sie aufgibt, gehört allen und ist nicht mehr bei sich selbst. Manche erwidern in Internetforen, ihr glaubt doch, Gott sieht alles. Was stört euch daran, wenn Facebook alles über euch weiß? Da gibt es einen riesigen Unterschied – in Gottes Liebe bin ich getragen, Gott macht kein Geschäft daraus. Für die sozialen Netzwerke ist aber das Wissen über intimste Details ihrer Nutzerinnen und Nutzer längst zum Milliardengeschäft geworden.

Viele Menschen verplempern viel Lebenszeit im Internet. Computer sind die großen Zeitfresser unserer Zeit. Ich reagiere nicht auf jede Facebook-Anfrage. Meine wirklichen Freunde sind bei mir, die virtuellen müssen warten.

Susanne Breit-Keßler ist Regionalbischöfin der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern.