DER MODERATOR
Fernsehpastor Jan Dieckmann moderiert Tacheles. Er spricht im Interview über die Integration, bewegende Momente bei Tacheles und der Frage nach welchen Werten wir leben wollen.
Aktuelle Sendung
Wirtschaft und Werte: Kann denn Wachstum Sünde sein?
Marktkirche:
19.6.2012, 19 Uhr
Phoenix:
24.6.2012 13.00 Uhr
24.6.2012 00.00 Uhr
MIT:
> Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber, Ehemals Bischof und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland
> Mario Ohoven,
Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft
> Jutta Sundermann,
Attac Deutschland
> Prof. Dr. Utz Claassen,
Unternehmer
WER TACHELES TRÄGT
Evangelische Kirche in Deutschland Ev.-luth. Landeskirche Hannovers
Klosterkammer Hannover Evangelische Kirche im NDR
Medienpartner
Mitreden
Die neue Welt des Internets: Ist nichts Privates mehr heilig?
Tacheles im TV
Tacheles im Radio
Pro & Contra
Ist Privates noch heilig?
"Intimität ist ein wichtiger Teil des Menschseins", meint die bayerische Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler. > mehr dazu
"Privatsphäre war gestern", entgegnet die Netzaktivistin Julia Schramm. > mehr dazu

Umfrage

Mehrheit will Seelsorge im Internet

Für Pastoren in der Online-Seelsorge sprechen sich 57 Prozent der Befragten aus.

Millionen Deutsche nutzen soziale Netzwerke wie Facebook & Co. und geben vielfach intimste Details preis - Thema der Tacheles-Debatte am 15. Juni um 19 Uhr in der hannoverschen Marktkirche. Religiöse Bedürfnisse spielen eine zunehmende Rolle im Internet. Das zeigt eine repräsentative emnid-Befragung im Auftrag der Evangelischen Kirche im NDR und der Evangelischen Zeitung. Danach halten 57 Prozent aller Befragten für gut, wenn Pastoren auch online Seelsorge anbieten.

Internetseiten, auf denen Verstorbener gedacht wird, sind weniger populär – 40 Prozent finden virtuelle Friedhöfe und Gedenkseiten für einzelne Verstorbene gut. Gebetsseiten wie www.Gebetsportal.de stoßen bei 32 Prozent der Befragten auf Zustimmung.

Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Altersgruppen. Die Gruppe der 14- bis 29-Jährigen begrüßt Angebote, online zu trauern, sehr viel häufiger (59 Prozent) als die Altersgruppe 60 plus (24 Prozent). Gebetsangebote interessieren in allen Altersgruppen nur eine Minderheit (35 zu 28 Prozent), während die Online-Seelsorge von Älteren überraschenderweise stärker begrüßt wird (59 Prozent) als von Jüngeren (53 Prozent).

Mehr Männer als Frauen wünschen sich Internetangebote für Trauer und Gebet. Während nur 37 Prozent der Frauen Internetangebote für Trauernde für eine gute Idee halten, sind es 44 Prozent der Männer. Auch Gebetsseiten werden von mehr Männern als Frauen begrüßt (34 zu 30 Prozent). Online-Seelsorge von Geistlichen kommt dagegen bei Frauen (62 Prozent) deutlich besser an als bei Männern (51 Prozent). Die Demoskopen von emnid (Bielefeld) haben 503 repräsentativ ausgewählte Personen ab 14 Jahren am Pfingstsamstag telefonisch befragt.

Die evangelische Talkshow Tacheles – Talk am roten Tisch greift das Thema am Mittwoch, 15. Juni um 19 Uhr öffentlich in der hannoverschen Marktkirche auf. Fernsehpastor und Tacheles-Moderator Jan Dieckmann fragt: „Die neue Welt des Internets – ist nichts Privates mehr heilig?“

Die Evangelische Zeitung veröffentlicht in ihrer am Sonntag, 19. Juni, erscheinenden Ausgabe ein Pro & Contra zum Stellenwert des Privaten im Internet. Die Münchener Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler schreibt: „Intimität ist ein wesentlicher Teil des Menschseins.“ Wer sie aufgebe, gehöre allen und sei nicht mehr bei sich selbst. Die Bloggerin und Netzaktivistin Julia Schramm widerspricht: „Privatsphäre war gestern.“ Sobald Daten im Internet sind, könnten sie gar nicht mehr kontrolliert werden.

Phoenix strahlt Tacheles am 19. Juni um 13 Uhr und um 22.30 Uhr aus. Tacheles wird veranstaltet von der Evangelischen Kirche im NDR und gemeinsam getragen von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und der Klosterkammer Hannover.