DER MODERATOR
Fernsehpastor Jan Dieckmann moderiert Tacheles. Er spricht im Interview über die Integration, bewegende Momente bei Tacheles und der Frage nach welchen Werten wir leben wollen.
Aktuelle Sendung
Wirtschaft und Werte: Kann denn Wachstum Sünde sein?
Marktkirche:
19.6.2012, 19 Uhr
Phoenix:
24.6.2012 13.00 Uhr
24.6.2012 00.00 Uhr
MIT:
> Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber, Ehemals Bischof und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland
> Mario Ohoven,
Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft
> Jutta Sundermann,
Attac Deutschland
> Prof. Dr. Utz Claassen,
Unternehmer
WER TACHELES TRÄGT
Evangelische Kirche in Deutschland Ev.-luth. Landeskirche Hannovers
Klosterkammer Hannover Evangelische Kirche im NDR
Medienpartner
Mitreden
Muslime und die EU: Reicht Europa bis nach Anatolien?
Tacheles im TV
tacheles im radio
Pro & Contra
Überwiegen noch die Vorbehalte gegen einen EU-Beitritt der Türkei?
PRO: "Die aktive Religionsfreiheit ist die Schlüsselfrage" meint der EKD-Auslandsbischof Martin Schindehütte. > mehr dazu
CONTRA: "Wer die Türken ausschließt, riskiert ein seelisches Gewitter", entgegnet der Unternehmer und ehemalige Europaparlamentarier Vural Öger. > mehr dazu

Unternehmer Vural Öger:

Wer die Türken ausschließt, riskiert ein seelisches Gewitter

Vural Öger befürchtet "ein seelisches Gewitter", wenn die EU den Beitritt der Türkei ablehnt.

Es wäre eine Riesenchance, wenn ein Land wie die Türkei, in der überwiegend Moslems leben, der Welt zeigen könnte, dass Demokratie, Islam und freie Marktwirtschaft vereinbar sind. Die Türkei könnte so Brücken schlagen in den Nahen Osten. Und mit ihrem starken Wirtschaftswachstum würde sie zum europäischen Wohlstand entscheidend beitragen.

Manche sagen, Europa sei nur bestimmt durch die christliche Tradition. Worin hat diese Tradition sich  gezeigt -  wenn nicht auch in der Inquisition? In der Hexenverbrennung? Im Holocaust? Das Europa von heute ist nicht nur ein christliches Europa, sondern das Europa der Aufklärung. Die meisten leben nicht nach der Botschaft Jesu, sondern vor allem nach dem Grundgesetz.

Die Religionsfreiheit in der Türkei muss vollständig gewährt werden, keine Frage. Seit die Türkei 2002 Beitrittskandidat wurde, sind Gebetsstätten entstanden, in denen Christen, Juden und Muslime zusammenkommen. Eine armenische Kirche wurde nach 1000 Jahren renoviert, jetzt werden hier wieder Gottesdienste gefeiert.

Vielfach werden die Vorbehalte gegenüber der Türkei mit Scheinargumenten forciert, wie im Zypern-Konflikt. Die Türkei hat den Friedensplan der Vereinten Nationen unterstützt, das Land zu einen und alle ausländischen Kräfte fortzuschicken. Aber die Griechen haben die EU-Mitgliedschaft Zyperns und damit ihre eigenen Machtansprüche durchgesetzt.

Der Türkei den Beitritt zur EU zu verweigern, würde ein seelisches Gewitter auslösen. Viele Menschen hätten das Gefühl, dass ihre Leistung nicht zählt, sondern dass sie als zweitklassig abgewertet werden.